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Das Wasserkraft-Drehwerk “Hintere Mühle”
und der ”Schwarze Teich”
Diese Anlage, der „Schwarze Teich“,
wurde im Jahre 1743 erbaut.
Seinen Namen hat dieser Teich dem früher bis
an die Ufer reichenden Fichten- und
Tannenwald zu verdanken. Nur ein schmaler
Weg war vorhanden. Wer ihn gehen
musste fürchtete sich, in der Dunkelheit konnte
man ins Wasser fallen. Es war ein Ort zum
Gruseln.
Ca. 500 m westlich vom Schwarzen Teich
beginnt der Ort Deutschneudorf. Er wurde
1637 gegründet, seinen Ursprung verdankt er
dem Bergbau.
Bereits 1518 wurde die Bergstadt Katharinaberg (Böhmen), ca. 3 km vom Ort, errichtet.
Im gleichen Jahr suchte man nachweislich im heutigen Deutschkatharinenberg (Ortsteil von
Deutschneudorf) nach neuen Erzlagerstätten. Vom damaligen Silber- und Kupferberg-
Bau zeugen noch heute mehrere Stolleneingänge und – systeme beiderseits der Grenze.
Für den Bergbau wurde sehr viel Wasser benötigt (Erzwäsche und Antrieb). Deshalb legte
man ein entsprechendes Grabensystem an (Fortunagraben). Erst später wurde dieser Graben
für das Betreiben von Mühlen genutzt. Allein in Deutschneudorf gab es mindestens
9 Mühlen. Der am „Schwarzen Teich“ beginnende Mühlgraben, welcher in den Fortunagraben mündet, ist
ca. 4 km lang.
Zuerst führt dieser Graben zur „Hinteren
Mühle“.
Diese steht nachweislich seit 1736.
Erzählungen vergangener Generationen
besagen, dass bereits vorher eine Mühle am
gleichen Standort war, die ein Feuer zerstörte.
Noch bis 1904 wurde bei Tag- und Nachtbetrieb ca. 8 Zentner Mehl
gemahlen.
Zugleich war diese Mühle Bäckerei und Landwirtschaft.
Gebacken wurde bis 1917.
Um 1900 richtete man eine Drechslerwerkstätte ein, welche auch
heute noch produziert (Nussknacker, Osterhasen, etc.).
Herzstück dieser Erwerbszweige der „Hinteren Mühle“ war und ist
das Wasserkraftdrehwerk. Sein Wasserrad treibt heute wie damals
mehrere Maschinen an. Es wurde 1939 von Handwerkern aus
Brandau (Böhmen) erneuert. Bestehend aus
Fichte, Tanne, Eiche und Stahl hat es einen Durchmesser von 5,42
m. Es ist damit
das größte noch funktionsfähige Wasserrad im osterzgebirgischen
Raum. Die Welle des Rades mit einem Durchmesser von 0,55 m
und einer Länge von 5,50 m
besteht aus einem Eichenstamm und wurde 1900 gebraucht
eingebaut. 24 Schaufeln
und 60 Speichen vervollständigen die Konstruktion.
Die maximale Leistung des
Wasserrades beträgt ca. 14 PS. Durch ein
ausgeklügeltes Getriebesystem kann man
bis zu 3600 min/-1 an den nachfolgenden
Maschinen erzielen. Auch Notstromerzeugung
wurde jahrelang praktiziert.
Noch in den 60er Jahren arbeiteten im
Betrieb 10
Arbeitskräfte an etwa 14 Maschinen.
Am 31.Mai 2004, zum "Deutschen Mühlentag",
wurde in der Hinteren Mühle die
Wiederinbetriebnahme des
Wasserkraftdrehwerkes und des Schwarzen
Teiches, nach der Hochwasserkatastrophe
vom 12.August 2002, mit einem großen
Hoffest gefeiert.
Blick in die alte Mahlstube.
Blick in die alte Drechslerstube.
Die Hintere Mühle mit Wasserrad, die
Drechslerwerkstatt, und natürlich der Schwarze Teich,
können selbstverständlich auch besichtigt werden; ein
Besuch lohnt auf jeden Fall!
Die Familie Roscher würde sich freuen !