© 2012 www.bernsteinzimmerdorf.de EZV Deutschneudorf Das Wasserkraft-Drehwerk “Hintere Mühle” und der ”Schwarze Teich” Diese Anlage, der „Schwarze Teich“, wurde im Jahre 1743 erbaut. Seinen Namen hat dieser Teich dem früher bis an die Ufer reichenden Fichten- und Tannenwald zu verdanken. Nur ein schmaler Weg war vorhanden. Wer ihn gehen musste fürchtete sich, in der Dunkelheit konnte man ins Wasser fallen. Es war ein Ort zum Gruseln. Ca. 500 m westlich vom Schwarzen Teich beginnt der Ort Deutschneudorf. Er wurde 1637 gegründet, seinen Ursprung verdankt er dem Bergbau. Bereits 1518 wurde die Bergstadt Katharinaberg (Böhmen), ca. 3 km vom Ort, errichtet. Im gleichen Jahr suchte man nachweislich im heutigen Deutschkatharinenberg (Ortsteil von Deutschneudorf) nach neuen Erzlagerstätten. Vom damaligen Silber- und Kupferberg- Bau zeugen noch heute mehrere Stolleneingänge und – systeme beiderseits der Grenze. Für den Bergbau wurde sehr viel Wasser benötigt (Erzwäsche und Antrieb). Deshalb legte man ein entsprechendes Grabensystem an (Fortunagraben). Erst später wurde dieser Graben für das Betreiben von Mühlen genutzt. Allein in Deutschneudorf gab es mindestens 9 Mühlen. Der am „Schwarzen Teich“ beginnende Mühlgraben, welcher in den Fortunagraben mündet, ist ca. 4 km lang. Zuerst führt dieser Graben zur „Hinteren Mühle“. Diese steht nachweislich seit 1736. Erzählungen vergangener Generationen besagen, dass bereits vorher eine Mühle am gleichen Standort war, die ein Feuer zerstörte. Noch bis 1904 wurde bei Tag- und Nachtbetrieb ca. 8 Zentner Mehl gemahlen. Zugleich war diese Mühle Bäckerei und Landwirtschaft. Gebacken wurde bis 1917. Um 1900 richtete man eine Drechslerwerkstätte ein, welche auch heute noch produziert (Nussknacker, Osterhasen, etc.). Herzstück dieser Erwerbszweige der „Hinteren Mühle“ war und ist das Wasserkraftdrehwerk. Sein Wasserrad treibt heute wie damals mehrere Maschinen an. Es wurde 1939 von Handwerkern aus Brandau (Böhmen) erneuert. Bestehend aus Fichte, Tanne, Eiche und Stahl hat es einen Durchmesser von 5,42 m. Es ist damit das größte noch funktionsfähige Wasserrad im osterzgebirgischen Raum. Die Welle des Rades mit einem Durchmesser von 0,55 m und einer Länge von 5,50 m besteht aus einem Eichenstamm und wurde 1900 gebraucht eingebaut. 24 Schaufeln und 60 Speichen vervollständigen die Konstruktion. Die maximale Leistung des Wasserrades beträgt ca. 14 PS. Durch ein ausgeklügeltes Getriebesystem kann man bis zu 3600 min/-1 an den nachfolgenden Maschinen erzielen. Auch Notstromerzeugung wurde jahrelang praktiziert. Noch in den 60er Jahren arbeiteten im Betrieb 10 Arbeitskräfte an etwa 14 Maschinen. Am 31.Mai 2004, zum "Deutschen Mühlentag", wurde in der Hinteren Mühle die Wiederinbetriebnahme des Wasserkraftdrehwerkes und des Schwarzen Teiches, nach der Hochwasserkatastrophe vom 12.August 2002, mit einem großen Hoffest gefeiert. Blick in die alte Mahlstube. Blick in die alte Drechslerstube. Die Hintere Mühle mit Wasserrad, die Drechslerwerkstatt, und natürlich der Schwarze Teich, können selbstverständlich auch besichtigt werden; ein Besuch lohnt auf jeden Fall! Die Familie Roscher würde sich freuen !