Die Kirche
zu Deutschneudorf
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Nach dem Dreißigjährigem Krieg verließen viele Evangelische ihre böhmische Heimat
und kamen als Exulanten nach Sachsen. Einige der Exulantenfamilien siedelten sich hier an
der Schweinitz an. Daraus entstand die Gemeinde Deutschneudorf. Zur Kirche mussten sie
den beschwerlichen Weg nach Neuhausen und wollten bald eine eigene Kirche. So wurde
diese Kirche mit Unterstützung der Herrschaft Purschenstein nach 2 Jahren Bauzeit
am 10.Juli 1736 geweiht.
Über den Grundriss eines länglichen Achtecks wurden die Bruchsteinmauern mit den
Korbbogenfenstern errichtet. Sie tragen das hohe Dach mit dem Dachreiter.
Zwei Sprüche geben in verschlüsselter Form die Jahreszahlen der Grundsteinlegung und
der Kirchenweihe wieder. Gleichzeitig sind sie auch ein Dank an die Patronatsherren
derer von Schönberg zu Purschenstein.
1794 schenkte der Zolleinnehmer Böhme der Kirche ein großes geschnitztes Kruzifix, das
neben dem Altar aufgestellt wurde.
1800 wurde ein Pfarrhaus gebaut und die Gemeinde erhielt einen eigenen Pfarrer.
Damit wurde auch die Kirche intensiver genutzt. 1821 entstand ein Tauftisch. Die
beiden Bronzeglocken wurden 1869 durch ein Dreiergeläut aus Stahlguss ersetzt.
1876 musste die Kirche den gewachsenen Bedürfnissen angepasst werden. So wurde
die Kanzel in den Altar eingeschnitten, die beiden Emporen zu einer breiten und weit
nach vorn reichenden Empor umgebaut und der Orgelchor verbreitert. Dabei wurden
die ursprünglichen gedrechselten Balustern wieder verwendet.
Die erste Orgel wurde 1757 eingebaut. 1902 wurde dann eine Jehmlich- Orgel eingebaut,
die auch jetzt noch in unserer Kirche zu hören ist.
Bei einer umfassenden Renovierung 1960 wurde die farbliche Fassung von 1736 wieder
hergestellt. So erscheint die Kirche in schlichtem weiß- grau- blau- gold.
Die letzte umfassende Erneuerung war 1984- 1986, und wurde mit Respekt vor dem,
was frühere Generationen schufen, und mit dem Wissen um die Bedürfnisse der jetzt
Lebenden durchgeführt.
All diese baulichen Veränderungen sind auch ein Zeichen dafür, dass sich in dieser Kirche
immer Gottes Gemeinde traf und trifft. Gerade in ihrer Schlichtheit gibt diese Kirche
Raum zur Ruhe zu kommen und in der Ruhe Gott zu begegnen; und so gestärkt wieder in den
Alltag zu gehen.